Aufbereitung von medizinisch wirksamen Heilpflanzen, früher wie heut:
 
Die Tinktur:
 
Hierzu benötigt man hochprozentigen reinen Alkohol (keinen hochgiftigen Industriealkohol!!) und frische oder auch getrocknete Pflanzenteile, wobei sich frische besser eignen. Es empfiehlt sich allgemein ein Mischungsverhältnis von Pflanze/Alkohol 1:5. Dieses Gemisch füllt man in ein luftdichtes Gefäß und lässt es bis zu drei Monate in der Sonne destillieren. Alkohol ist ein hervorragendes Lösungsmittel das die Wirkstoffe aus der Droge zieht. Nach dem Abfiltern wird die Tinktur in gut verschließbaren Fläschchen aufbewahrt. Unverdünnt zur äußeren und verdünnt zur inneren Anwendung geeignet. Tinkturen bleiben oft über Jahre wirksam.
 
Der Absud:
 
Er wurde bereits in der Antike hergestellt, lange bevor Tee bei uns bekannt wurde. In der Regel macht man einen Absud aus Samenkörnern, zerkleinerten Wurzeln, Rinde oder hölzernen Teile der Pflanzen. Diese müssen länger gekocht werden, um die Wirkstoffe heraus zu lösen. Hierzu gibt man die Pflanzenteile zusammen mit Wasser in ein Töpfchen und lässt sie 15 Minuten kochen. Bei dieser Methode braucht man nicht mehr als einen Esslöffel des getrockneten Pflanzenmaterials auf einen halben Liter Wasser. Abseihen und servieren.                         
 

Der Kaltauszug:
                                         
Um einen Auszug zu bereiten, wird die Pflanze 7-10Std. in kaltem Wasser ausgezogen, mit einem Leinentuch abgesiebt und leicht erwärmt getrunken. Auszüge macht man bei Pflanzen, deren Wirkstoffe sich nur in kaltem Wasser lösen. Aber auch um das Herauslösen unerwünschter Wirkstoffe in kochendem Wasser zu vermeiden, wie zum Beispiel bei Waldmeister, der leberschädigende Cumaringlycoside enthält.                                                                    
                           Der frische Kräutersaft:                               
 
Hierzu wird in jedem Fall ein Entsafter benötigt. Die gewonnene Essenz lässt sich gut mit Fruchtsäften vermischen.                                                                                                                               
 
Der Aufguss:     
 
Ist die wohl bekannteste Zubereitungsart. Hierzu werden wenn möglich nur zarte Teile, wie Blätter und Blüten der Pflanze verwendet. Man übergießt die Droge mit kochendem Wasser und lässt sie vor dem Genuss um die ätherischen Öle bei zu behalten, in einem geschlossenen Porzelangefäss10-15Minuten ziehen.                                                                                                       
 
Das Abkochen: 
 
Hierzu wird die Droge in der Regel kalt angesetzt und für 2-3Std. ziehen gelassen. Sud mit Leinentuch filtern und für ca. 2Minuten kochen lassen. Gekocht werden meist Rinde, Samen oder auch harte Wurzelteile. 
 
Die Kräutersalbe:
 
Eine Handvoll Blüten (z.B. Ringelblumen) in 150ml Olivenöl einige Minuten lang auf kleiner Flamme auskochen, dabei achtgeben, dass das Öl nicht so heiß wird, dass es die Pflanzenteile verbrennt. Dann das Öl abfiltern und mit ca. 30g geschmolzenem Bienenwachs vermischen. Um ein Ranzigwerden der Salbe zu vermeiden, setzt man noch ein paar Tropfen Thymol (Apotheke) zu. Nun die Salbe abkühlen lassen, nochmals umrühren und in sterile Cremedosen abfüllen. Man kann die Pflanzenteile aber auch in frischem Schweineschmalz kurz abkochen und wie beschrieben verfahren.                                                                                                                       
Der Breiumschlag:
 
Hierzu wird die zerkleinerte, frische Pflanze (meist Beinwell) auf die erkrankte Körperstelle aufgetragen. Um eine bessere Haftung zu erhalten, empfiehlt es sich, Quark oder Weizenmehl in den Brei zu mischen.                                                                                                                       
Das Kräuterbad:  
 
Die einfachste Form ist, stark angesetzten Tee der entsprechend gewünschten Pflanzen dem Badewasser zuzusetzten. Für eine gezielte Wundbehandlung verwendet man Umschläge, welche im entsprechenden Tee-Aufguss getränkt wurden.                                                                         
 
Der Kräutersirup:
 
Hierzu kocht man einen sehr starken Tee, welchen man nach dem Abkühlen ca. 24Std. ziehen lässt. Mit einem Leinentuch abseihen, in einen Topf geben und auf 1/2Ltr. Tee 500g Zucker zugeben und aufkochen. Saft einer Zitrone und auf je 1/2Ltr. 20g Zitronensäure hinzugeben und kurz erneut aufkochen. In sterilisierte, vorgeheizte Flaschen füllen und sofort verschließen. Auf klassische und althergebrachte Art werden die Blätter mit Zucker in einen ausgekochten Schmalztopf geschichtet und man lässt sie drei Monate lang vergären. Um eine gleichmäßige Temperatur zu gewähren, grub man den Topf während dieser Zeit in der Erde ein. Den fertigen Sirup presste man ab, kochte ihn kurz auf und füllte ihn wie oben ab. Ganz besonders eignen sich hierzu Huflattich, Spitzwegerich oder Melisse. 
 
Das Destillat:
 
Mit dieser Methode gewinnt man die ätherischen Öle aus der Pflanze. Schwierig in der Durchführung. Um ein Destillat herzustellen, bedarf es einiges an Wissen und Gerätschaften, die man in einem Haushalt üblicherweise nicht vorfindet. Eine der Herstellungsmethoden ist, die geschlossenen Blüten und Blätter oder die Früchte (z.B. für Zedernöl) der Heilkräuter im Schatten zu trocknen. Danach werden sie zerstampft und zusammen mit Wasser in einem Branntweinbrenner aufgekocht. Dort verdampfen die Wirkstoffe und dieser Dampf schlägt sich in einem, meist von außen mit Wasser gekühltem (Glas) roh in Tropfenform nieder. Diese Tropfen werden abgefangen und in diesem Destilat schwimmen die leichteren etherischen Öle obenauf. Durch ein Abschöpfen der Tropfen vom wässrigen Anteil läßt sich das reine Öl gewinnen. Um zu unterstreichen, wie alt diese Methode wirklich ist, möchte ich erwähnen, dass man bei Grabungen auf Kreta minoische Vasen von ca.1700v.Chr. mit Spuren von ätherische Ölen gefunden hat.       

Dieser Text Stammt von Heidis Natur PurForum mit Erlaubniss

Herzlichen Dank Heidi

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