Thymiane

Thymiane (von altgriechisch ??µ?? thýmos, lateinisch Thymus) sind eine Gattung der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Sie zählen zu den Heil- und Gewürzpflanzen. Es handelt sich um niedrige Strauchpflanzen (Halbstrauch) mit blassrosa oder weißen Blüten.
 Vorkommen
In Mittel-, Süd- und Osteuropa oder kultiviert in Gärten angebaut. Die Thymiane bevorzugen helle und trockene Standorte mit nährstoffarmen und sandigen Böden und finden sich an Wegrändern, auf trockenen Wiesenflächen, auch auf Mauern. Ihr Samen ist lichtkeimend.

 Anbau 
Thymian ist ein mehrjähriger Halbstrauch, der nach unten hin verholzen kann (Sorte), aber in der Spitze krautig bleibt. Vermehren kann man ihn durch Aussaat im Frühjahr oder durch Stecklinge im Frühsommer. Für einen intensiven Geschmack sollte Thymian vor der Blüte geerntet und anschließend getrocknet werden. Erntezeit ist in unseren Breiten Mai bis September. Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Thymian braucht einen gut wasserdurchlässigen Boden.

 Inhaltsstoffe 
Ätherisches Öl mit Thymol und Carvacrol als Hauptstoffen, sowie p-Cymol, 1,8-Cineol, Linalool und weitere Monoterpene, Triterpene, Flavonoide, Laminaceen-Gerbstoffe, darunter Rosmarinsäure und antioxidativ wirksame Biphenyle.

 Gewürz 
Unterstützt die Verdauung fetter Speisen, passt gut zu Geflügel, Schalentieren, Wild, Lamm, Fisch, Gemüse, Kräuteressig, Kräuteröl, Suppen, Saucen, Kartoffeln und Ragouts.

Besonders in der mediterranen Küche findet Thymian breite Verwendung und gibt vielen Speisen ihren typischen Geschmack.Thymian ist Bestandteil der Gewürzmischung Kräuter der Provence.
 Ätherisches Thymianöl 
Man darf das ätherische Thymianöl nicht mit den Heilwirkungen der ganzen Pflanze vergleichen. Denn hier kommt es auf die genaue botanische Bezeichnung der Thymiansorte und den jeweiligen Chemotyp an. Allein beim Thymus vulgaris unterscheidet man diverse Chemotypen, die je nach Standort, Boden, Höhenlage und Klima komplett andere Inhaltsstoffe und somit auch andere Wirkweisen haben können.

Thymus vulgaris (Chemotyp Thymol) ist auch als rotes Thymianöl bekannt. Er ist sehr stark hautreizend und wird immer nur zeitlich begrenzt angewendet. Für Kinder unter sechs Jahren ist dieses ätherische Öl nicht empfehlenswert. Seine Inhaltsstoffe sind 35–55 % Phenole (Thymol), 40 % Monoterpene (Linalylacetat), Sesquiterpene, Monoterpenole (Linalool) und Oxide. Seine Besonderheit liegt auch darin, dass die Frühjahrsernte eine komplett andere prozentuale Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ergibt als die Herbsternte. Aus diesem Grund verwenden Aromatherapeuten das ätherische Öl nur nach Kenntnis der Inhaltsstoffe der vorliegenden Charge.

Thymus vulgaris (Chemotyp Linalool) ist dagegen sehr mild und sanft in der Wirkung und besonders für Kinder geeignet. Seine Inhaltsstoffe sind 75 % Monoterpenole (davon ca. 70 % Linalool), Ester, Sesquiterpene, Monoterpene, Oxide und Ketone.

Thymus mastichiana ist der spanische Thymian. Seine Inhaltsstoffe sind 50 % Oxide, 15 % Monoterpenole, 15 % Monoterpene, 10 % Ester, Ketone

Anwendung 
 Medizinische Anwendung als Kräutertee mit Honig bei Bronchitis, Keuchhusten und Katarrhen der oberen Luftwege. Wirkt hustenreizstillend und verflüssigt den Schleim. Es soll in den Bronchien die Sekretproduktion und die Aktivität der Flimmerhärchen anregen.
als Mundwasser gegen Zahnfleischentzündung
als Gewürz oder Tee zur Unterstützung der Verdauung
als Tee zum Lösen von Verschleimung der Nebenhöhlen
als ätherisches Öl (je nach Sorte ein bis drei Tropfen auf 100 ml Pflanzenöl) zum Einreiben von Brust und Rücken
als ätherisches Öl hochwirksames Desinfektionsmittel nur in hoher Verdünnung; durch Versprühen als natürliche Raumdesinfektion geeignet

 Thymian als Rauschmittel 
Schon die Griechen benutzten Thymiane auch als Räucherpflanze. Im Mittelalter wurden Thymiane als Rauschmittel (Halluzinogen) vor allem bei religiösen Ritualen verwendet. Dabei wurde Thymiankraut auf glühende Kohle in Schalen gelegt. Das Einatmen der Blüte kann zu Benommenheit führen und beeinträchtigt die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit. Bei einer Überdosierung kann Thymian abführend wirken.


 Thymian als Aphrodisiakum 
Thymiane gelten als Aphrodisiakum. Bereits die Römer wussten Thymianbäder vor Sexorgien als reizförderndes Mittel einzusetzen. Ähnlichen Einsatz fanden Thymiane auch während der Renaissance bei den Franzosen. Das Inhalieren von Thymian wird außerdem auch bei Erkältungen empfohlen.

 Systematik


Es gibt etwa 300 bis 400 Thymus-Arten (Auswahl):

Schillernder Thymian oder Azoren-Thymian (Thymus caespititius)
Fleischiger Thymian (Thymus carnosus)
Polster-Thymian (Thymus cherlerioides)
Zitronen-Thymian (Thymus × citriodorus)
Britischer Thymian (Thymus drucei)
Orangen-Thymian (Tyhmus fragrantissimus) hat graue Blätter.
Österreichischer Thymian (Thymus glabrescens)
Korsischer Thymian (Thymus herba-barona) ist eine kriechend wachsende Art.
Dalmatiner-Thymian oder Langstängel-Thymian (Thymus longicaulis)
Dünnhäutiger Thymian (Thymus membranaceus)
Innsbrucker Thymian oder Tiroler Thymian (Thymus oenipontanus)
Thymus pallasianus
Steppen-Thymian oder Pannonischer Thymian (Thymus pannonicus)
Frühblühender Thymian oder Kriech-Thymian (Thymus praecox)
Langhaariger Thymian Alpen-Thymian (Thymus praecox subsp. polytrichus)
Breitblättriger Thymian (Thymus pulegioides)
Insel-Thymian (Thymus richardii)
Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
Thrakischer Thymian oder Langzahn-Thymian (Thymus thracicus)
Zottiger Thymian (Thymus villosus)
Echter Thymian (Thymus vulgaris), auch Römischer Quendel, Kuttelkraut (siehe auch: Kutteln) oder Gartenthymian genannt. Ist die aromatischste Art.
Spanischer Thymian (Thymus zygis)
Elfin-Thymian (Thymus 'Elfin')

Zitronen Thymian

Der Zitronen-Thymian (Thymus × citriodorus) ist eine Hybride aus der Gattung der Thymiane (Thymus) in der Familie der Lippenblütler.

Merkmale

Der Zitronen-Thymian ist ein immergrüner Chamaephyt, der Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimeter erreicht. Die Blütentriebe sind vierkantig und ringsum unregelmäßig behaart. Die Behaarung ist an den Kanten stärker als an den Seitenflächen. Die ganzrandigen Blätter sind lanzettlich, elliptisch bis verkehrt rhombisch-eiförmig zugeschnitten. Ihre durchschnittliche Länge beträgt etwa 15 mm, die Blattbreite variiert zwischen 2 und 8 mm. Der Blattrand ist nur zum Teil eingerollt und weist am Grund oft einzelne Wimpern auf. Die Unterseite ist kurz samtig bis kahl. Die oberen Kelchzähne sind meist bewimpert. Die Krone ist hell bis purpur-rosa gefärbt. Der Duft ist würzig oder zitronenartig.

Blütezeit ist von Juni bis September.


Nutzung

Der Zitronen-Thymian ist eine Natur- und Kulturhybride. Er wird verbreitet als Zierpflanze für Steingärten, Einfassungen, Balkons und Pflanzschalen sowie als Gewürz- und Heilpflanze genutzt und ist seit spätestens 1596 in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten, die zum Beispiel gelbe, weiße oder gefleckte Blüten haben.

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Thymian Bilder

 


 

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