Es ist viel zu tun, aber das wussten wir von Anfang an. Erstes und wichtigstes Ziel war, den weiteren Verfall aufzuhalten.

Viele Balken mussten teilweise ersetzt, oder - wo die Schäden nicht so schlimm sind - verstärkt werden. Alte Balken gab es von einer abgerissenen Scheune und Bauholz vom Sägewerk.

Übrigens braucht man gerade für die Beschaffung von geeignetem Material sehr viel Zeit. Im Baumarkt gibt´s das meiste nämlich nicht.

 

Hier sind schon die Stützen angeschuht, schliesslich müssen schleunigst Dachrinnen angebracht werden, um das Gebäude vor weiteren Nässeschäden zu bewahren.

Fachwerk sichtbar lassen? Wäre nicht schlecht, aber erstens ist zu viel kaputt und die Reparaturstellen sind nicht unbedingt ein Blickfang, zweitens zieht es da immer rein, die Wärmeverluste sind zu hoch. So entschlossen wir uns, dem Vorschlag der Denkmalbehörde zu folgen und das Obergeschoss des Wohnteils mit Holz zu verschalen, wie es auf der östlichen Mühlenseite seit jeher ist. Später soll alles angestrichen werden, über die Farbgebung sind wir uns aber noch nicht einig.

 

Das ist doch schon ein ordentlicher Fortschritt nach eineinhalb Jahren Arbeit von Gerhard.

Ja, der Mast stört gewaltig, ist aber nicht zu ändern, Strom braucht jeder und ob der Stromkonzern wegen der alten Mühle den Mast versetzt?

Und dieser unsägliche Anbau, dieser schreckliche Auswuchs auf der westlichen Hausseite. Es ist nicht klar, ob er später hinzu gefügt wurde oder zum ursprünglichen Bau im Jahr 1706 gehörte, da vor ca. 100 Jahren sein Gewölbe durch eine sogenannte Kappendecke ersetzt wurde. Er war als Kuhstall genutzt, irgendwie nicht so ganz stabil errichtet und besonders sein "Auswuchs" äusserst baufällig....

Der Auswuchs muss weg, besonders aus optischen Gründen. Dafür braucht man auch keine Abrissbirne, die Steine fallen schon von selbst aus den Mauern. Aber: dann muss eine neue Aussenwand hin als Fortsetzung der bestehenden Natursteinmauer; und die ist fast einen Meter dick. Gerhard entschloss sich, zunächst eine Wand aus Backsteinen zu mauern und davor dann eine Natursteinwand zu errichten, die mit den Backsteinen verzahnt ist.

Aus dem verbleibendem ehemaligen Stall wird nämlich unser Wohnzimmer. Hier die Ansicht von innen mit Fenster und Terrassentür.

Jetzt kann man sich doch schon halbwegs vorstellen, wie es mal wird, oder?

 

Die Rückseite des Hauses machte auch keinen einladenden Eindruck, nachdem die Bretter entfernt waren. Dieser Vorbau soll aber erhalten bleiben. Erstens befindet sich darunter unser Wohnzimmer und ein Dach über dem Kopf ist sinnvoll, zweitens soll daraus eine Veranda werden, zum Sitzen, zum Holz Aufschichten, zum Wäsche Aufhängen, alles sehr brauchbar.

Ich habe es bisher noch nicht erwähnt: links, wo das Vordach aufhört, war früher ein Backofen. Das konnte aber keiner mehr erkennen, er war komplett eingestürzt, da wuchs nicht nur Gras drauf, sondern schon ein ganzer Baum. Echte Muskelkraft brauchte es, die Erde und die zerfallenen Backsteine zu entfernen.

Da war auch das Loch im Mauerwerk, das Gerhard in der Zwischenzeit repariert hat. Hier wird ein zusätzlicher Raum entstehen für Regenwassertanks und - keine Ahnung, wieviel Platz dann noch übrig ist.

 

Wie man sieht, sind einige "Löcher" im Haus, jeder, der unbedingt wollte, käme ziemlich einfach hinein. Ich habe heute noch Angst, dass sich eines Tages ein Penner einquartiert und es sich gemütlich macht.....

 

Tatsächlich wurden wir eines Tages - es war ein Sonntag im Sommer 2004 - überrascht:

Es hatte sich jemand auf dem Speicher gemütlich gemacht und er war nicht allein.

Es war.......

 

Eigenes Bild Nr. 16

 

........eine hübsche Katzenfamilie.

 

Wir haben sie behalten, die Kleinen und die Mutter leben heute bei uns.

 

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