Noch einmal:

Uli Hoeneß


Als kleiner Bub kam er zur Welt,

gar niemand ging es da um Geld.

Er wuchs heran, wurde zum Star,

und fand es einfach wunderbar.


Doch irgendwann war es vorbei,

der Uli wurde vogelfrei.

Er hatte Geld und Ruhm dazu,

doch innerlich fehlte ihm Ruh'.


Das trieb ihn in die Spielsucht rein,

so fand er' Leben doppelt fein.

Er spielte, doch er trieb's zu bunt,

dabei gab's dafür keinen Grund.


Nein, es gab keinen Grund zum Schrei'n,

denn alles Geld war scheinbar sein.

Und hätt' er Steuern drauf bezahlt,

sein Leben bliebe wie gemalt.


Doch machte Uli dann den Stuss,

er fand beizeiten keinen Schluss.

Er nahm auch, was ihm nicht gehört',

denn soviel Geld hat ihn betört.


Dazu kam, dass er mit der Zeit,

des Gebens war wohl wirklich leid.

Drum brachte er's Geld in die Schweiz,

das hatte für ihn seinen Reiz.


Er führte keine Steuern ab,

wozu auch, wo er so viel gab?

Denn all das, was ihm drüben blieb,

war unser'm Uli selber lieb.


Im Ausland fand man's Geld nicht gleich,

da Uli auch in Deutschland reich.

An Geld, aber an Freunden auch,

wie es bei Reichen oft ist Brauch.


Soweit ich's nicht verwerflich find,

bin auch von Traurigkeit kein Kind.

Doch was dann kam, oh weh, oh Schreck,

mein lieber Uli, das war keck.


Er hielt sich mit der Kanzlerin

und hatte nur dabei im Sinn,

den rechten Zeitpunkt abzuwarten,

um zu verstecken, seine Karten.


Doch es kam anders, als er's wollt,

deshalb hat Uli lang gegrollt.

Das „Schweizer Abkommen“ fiel aus,

dem Uli ward dies arg zum Graus.


Er fragte sich: „Was soll ich machen?“

Es war ihm gar nicht mehr zum Lachen.

Er merkte, seine Zeit lief ab,

wofür ich noch Verständnis hab.


In Scheibchen ließ er uns dann wissen,

dass er tat weiße Fahnen hissen,

und gab auch zu was er getan,

obschon dies andere längst sah'n.


Doch immer noch war er am hoffen,

dass viele Fragen blieben offen,

dass man ihm nur zu Gute hält,

was Gutes er tat auf der Welt.


Damit wollt schaffen er sich Ruh,

und machte so doch manchen Schmu.

Das hätt' er besser nicht getan,

da viele Leute ihm zusah'n.


Ich kann ihn irgendwo versteh'n,

denn ich hab alles angeseh'n.

Doch richtig, Uli, oder gut,

warst nicht in deinem Übermut.


Hast du auch jeden Blick verlor'n,

war vieles auch wie eingefror'n.

Du spieltest hier mit Steuergeld,

und wer das macht, ganz übel fällt.


Obwohl, so hart bist nicht gefall'n,

dein Name dröhnt durch viele Hall'n.

Und bist du auch noch nicht im Knast,

du heut' schon Weichensteller hast.


Für deine Zukunft nach der Zeit,

deshalb, ach Uli, sei gescheit.

Nimm diese Zeit, wach endlich auf,

und bitte, nimm Entzug in Kauf.


Komm von der Spielsucht dabei weg,

sonst kommt schon bald der nächste Schreck.

Glaub mir's, ich meine es nur gut,

wenn ich auch koche hier vor Wut.


Denn eines kann ich kaum verzeih'n,

werd' ich auch Bayern Fan stets sein.

Du schimpftest auf „Sozialschmarotzer“

und wurd'st dazu doch selbst, du Motzer.


Wie weit bist du von dir entfernt?

Ja, hast bist heut du nichts gelernt?

Nicht jeder Mensch fand deine Weichen,

und sitzt am Tisch mit Superreichen.


Doch ist nicht jeder deshalb schlecht,

ich sag es dir, ich mein es recht.

So mancher Mensch, dem's nicht geht gut

ist offen, ehrlich, und hat Mut.


Er steht zu allem was er macht,

auch wenn sein Herz dabei nicht lacht.

Du aber, Uli, tat'st es nicht,

deshalb stand'st du vor dem Gericht.


Und selbst da hast du noch belogen,

hier die Justiz, da Fans betrogen.

Wie sonst, Uli, wär' wohl erklärt,

dass täglich sich die Schuld gemehrt?


Wieso hast du nicht gleich gesagt,

bevor man dich hat angeklagt:

„Was ich verspielte weiß ich nicht!“

Du hättest heut' noch ein Gesicht.


Denn Spielern nimmt man das nicht krumm,

sind sie nun schlau oder auch dumm,

da Spielsucht eine Krankheit ist,

was auch ein Richter nicht vergisst.


So aber, wie du's hast gemacht,

der wenigsten Herz d'rüber lacht.

Es stand dir nicht, es war nicht fein,

oh nein, dein Spruch war sehr gemein.


Drum nimm dir Zeit, habe Geduld,

jetzt stehst du hier, in uns'rer Schuld.

Denk mal über dein Leben nach,

im Knast vergeht auch dir die Schmach.


Danach ganz einfach neu beginn',

glaub mir, das kriegst du sicher hin.

Und dann schenk' allen deine Kraft,

denn diesem Land fehlt jeder Saft.


Uli, wer Bayern gut berät,

ist dazu da, dass er auch sät,

jetzt Gutes in der Politik,

und damit Deutschland führt zum Sieg.

 

Berat' das Land, dann kriegt es Geld

und du wirst unser aller Held.

Denn du gibst uns damit zurück,

all unser'n Glauben, Stück um Stück.


Glaub mir, Uli, das stünd' dir fein,

langweilig würd's dir nie mehr sein.

Das Land hätt' Geld, du kämst zur Ruh,

drum mach dich dran, wir schauen zu.


© Gisela Segieth


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