Tja, Familie, das ist jetzt so ein eigenes Thema für sich.

Wie ich schon eingangs erwähnte bin ich nach meiner Geburt schon gleich ins Kinderheim gekommen. Meine leibliche Mutter behauptet zwar das Gegenteil, bzw. sie sagte mir sie hätte mich erst mit 4 Jahren ins Kinderheim gegeben,  aber ich besitze andere Beweise (Bilder) die dagegen sprechen ;-)

Also, wie 4 sehe ich hier wohl nicht aus, oder?                                    Und das ist meine Patentante ;-)

Eigenes Bild Nr. 16 | Ilona4.JPG          Eigenes Bild Nr. 15 | Ilona3.jpg

Nun – ich habe bis zu meinem vierten Lebensjahr im Kinderheim gelebt.

Kinderheim St. Josef – HehlratherStrasse 1 – Eschweiler Kreis Aachen

Eigenes Bild Nr. 14 | Kinderheim.JPG

Ich kann mich eigentlich noch sehr gut an diese Zeit erinnern (auch wenn es manch einen geben wird, der dies nicht glaubt) aber ich denke, schlechte Erinnerungen bleiben einem immer im Gedächtnis egal wie alt man ist.

Besondere Erinnerung habe ich an den Tag, an dem meine *NEUEN* Eltern mich abholten.

Oh Gott, auf der einen Seite wollte ich da weg, auf der anderen kamen da zwei *ALTE* Menschen auf mich zu die ich überhaupt nicht wollte. Nein nein, das wollte ich gar nicht und bin ersteinmal abgehauen und ins nächste offene Zimmer des Kinderheimes gerannt. Dort habe ich mich dann im Bett versteckt. Hat natürlich alles nix geholfen – sie haben mich trotzdem wieder gefunden,

                                       und dann war’s um mich geschehen...................Ich saß im Zug in Richtung Frankfurt

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Von da an verwischt meine Erinnerung zuerst einmal und kommt eigentlich erst wieder zu dem Zeitpunkt als ich in die Schule kam! Mein Leben verlief eigentlich soweit normal wie bei jedem anderen Kind auch, bis auf ein paar Einschränkungen die eben nunmal durch das Aufwachsen bei Pflegeeltern gegeben sind. Bei dem einen mehr beim anderen weniger - bei mir waren es ein paar mehr, aber damit möchte ich euch eigentlich nicht weiter belasten. Das würde auch den Rahmen sprengen, und euch sicherlich sehr langweilen ;-)

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An folgendem Foto könnt ihr erkennen, warum ich von so *Alten* Leuten sprach, die mich aus dem Heim holten.

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So, nun weiter mit der Schulzeit. Naja was soll ich da gross erzählen? Schule war für mich eigentlich schon immer ein Graus, aber na ja, was einen nicht umbringt, macht einen nur noch härter ;-) Ich habe meine 4 Jahre in der Grundschule abgesessen, bin dann gewechselt in die Realschule (War zu diesem Zeitpunkt eine reine Mädchenschule und unter der Leitung von Ordensfrauen). Dort habe ich es wegen einiger widriger Umstände leider nicht geschafft und bin nach der 8. Klasse dort abgegangen. (Mein Vater schrieb mal in einem Brief ans Jugendamt: Das Heimkind wird zum Sündenbock für alles gemacht :-( )

Nun ja, ich habe dann die Schule gewechselt und bin direkt dort in die 9. Klasse Hauptschule gegangen ;-) Für mich war dann schon klar, jou ---- ein Jahr noch und dann hast du diese Sch...... endlich hinter dir ;-) Wenn ich und meine Eltern damals gewußt hätten, wie gut es mir in der *Neuen* Schule und mit den vollkommen anders denkenden Lehrkörpern geht, dann hätten wir glatt darauf bestanden mit der Realschule weiterzumachen. Nun ja, aber es ist ja auch egal. Ich habe die 9. Klasse Hauptschule mit einem Notendurchschnitt von 2 geschafft und das war für mich die Krönung des Abschlusses.

Ich habe dann direkt eine Lehre angefangen mit 14 ;-) - damals nannte sich das noch Bürogehilfin - wurde später in Büroassistentin umgenannt. Diese habe ich innerhalb der 2 Jahresausbildung mit Bravour abgelegt, und wurde glücklicherweise direkt von meinem letzten Abteilungsbereich übernommen. Bei dieser Firma arbeite ich Gott sei Dank auch heute noch - also jetzt schon satte 25 Jahre.

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Als ich 18 Jahre alt wurde - wurde ich somit volljährig - ;-) was ein Glück und sollte mich zwecks Abmeldung meiner Sachen beim Jugendamt vorstellen. Was glaubt ihr wohl - an diesem Tage änderte sich mein Leben und Denken schlagartig.

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Ich dachte immer - gut du hast eben nun mal bis jetzt Adoptiveltern - und das war soweit auch in Ordnung. Aber ich dachte auch ich wäre ein Einzelkind und meine leiblichen Eltern bzw. Mutter wäre durch einen Autounfall ums Leben gekommen. Tja ich dachte das. Ich habe an jenem Tag vom Jugendamt erfahren daß dem nicht so ist. Mir wurde einiges über meine immer noch putzmuntere leibliche Mutter erzählt, und dann erfuhr ich so beiläufig daß ich auch noch 3 Geschwister habe. Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen was da alles auf mich einprasselte. Nun ja - lange Rede kurzer Sinn, ich wusste ich war nicht mehr allein, und von dem Tage an war mein Sinnen und Flehen nur noch darauf eingestellt - finde deine Geschwister - bzw. finde Deine Verwandschaft.

Ich habe - Telefonbücher um Telefonbücher gewälzt, Telefongespräche geführt noch und nöcher - alles Fehlanzeige. Das ganze dauerte ca. 4 Jahre und ich habe zwischenzeitlich dann auch das Handtuch geworfen und mir gedacht, vergiss es das wird nie was :´-(

Dann eines schönes Tages, ich dachte mir, mensch ruf doch nochmal deinen ehemaligen Betreuer an - schaden kann es ja nicht. Und was soll ich euch sagen, er hat mir nochmals eine andere Adresse gegeben unter der ich zumindest evtl. meine Mutter ausfindig machen könnte. Und was ist daraus geworden? Ja tatsächlich ich hatte sie am selben Tag noch an der Strippe. Ihr könnt euch nicht vorstellen was das für Gefühle waren. Ich habe geheult ich habe gelacht, ach es war alles so verrückt. Da ich von der Arbeit aus anrief und eigentlich gar keine Zeit hatte, verblieben wir so miteinander daß wir abends von z. Hause aus telefieren wollten. Das haben wir auch gemacht. Sie hat mir auch übrigens bestätigt, daß wir wirklich insgesamt 4 Kinder sind. 2 Mädchen - 2 Jungen. Alles in allem war es ein nettes Telefonat mit meiner Mutter und wir beschlossen, uns gegenseitig mal nen Brief zu schreiben, weil stundenlang telefonieren geht ja schliesslich auch ins Geld ;-) Ich schrieb ihr also einen Brief - 12 DINa4 Seiten lang war der - naja, in 24 Jahren sammelt sich so einiges an, oder? Dann bekam ich einen Brief von ihr. Hmm, nun ja war doch relativ unpersönlich mit privaten Geschichten aus ihrem Leben, aber weniger bezogen auf meine, bzw. unsere (Geschwister) Geschichte. Das hat mich schonmal ein wenig stutzig gemacht.      Sie erzählte mir einiges wovon die Hälfte wohl gelogen war, eben auch auf die Sache hin, sie hätte mich mit 4 Jahren erst ins Heim gegeben, ect. ect. Aber der größte Hammer war, als sie mir tatsächlich sagte daß wir alle bis auf meine Schwester im Heim waren.    Ich merkte auch, sie rief mittlerweile fast täglich an, daß sie wohl ein Problem mit dem lieben Alkohol hatte. Aber egal. Sie wurde mir immer unheimlicher und auch penetranter. Da kamen so Sachen wie, hallo mein Schatz ich bins, Mutti, und ich hab dich lieb und Küsschen hier und Küsschen da. Ich habe mich immer mehr zurückgezogen und wollte diese *Enge* Verbindung eigentlich garnicht haben. Zumal ich zu diesem Zeitpunkt auch schwanger war und bald mein erstes Kind erwartete. Es war mir einfach alles zu viel und ich habe den Kontakt abgebrochen.

Nun ja - 10 Jahre lang habe ich dann mein Leben gelebt, aber nie ohne den Gedanken daran, weiter zu suchen nach meinen Geschwistern. Aber es hat alles nix genutzt. Ich bin einfach nicht weitergekommen und habe mich irgendwie nur im Kreis bewegt. Ich habe auch versucht wieder mit meiner Mutter in Kontakt zu treten. Habe ihr Briefe geschrieben und ihr auch meinen Standpunkt erklärt und ihr auf den Kopf zugesagt, daß sie mich damals mehrmals angelogen hat. Aber nichts kam - sie rührte sich nicht.

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29. November 2006  - Ein schicksalhafter Tag

Ich habe die letzten 5 Jahre aufgehört zu suchen und habe meine ganzen Papiere und Unterlagen die ich zu dieser Sache hatte weggelegt und eigentlich schon fast vergessen. An jenem 29. November 06, ein Mittwoch, macht mein Mann nach der Arbeit den Briefkasten zu Hause auf und drückt mir einen Brief vom Jugendamt Eschweiler in die Hand. Ich denke noch - na was is das denn ? - haben die ein Problem ? Ich hatte im September 06 meinen Schatz geheiratet - ach die wollen bestimmt irgendwas wissen. Wir kommen in die Wohnung stellen erstmal unser Zeugs weg und ich öffne nichtsahnend den Brief. Ich fange an zu lesen, bekomme einen Schlag, und falte den Brief ersteinmal wieder zusammen ;-) Dann kommt mein Mann und guckt mich ganz verständnislos an, und fragt was denn sei. Ich falte den Brief wieder auseinander und fange langsam und zitternd an laut vorzulesen. Ich weiss nicht, wie ich das beschreiben soll, aber ich stand da - las - weinte - lachte - es kam eigentlich nur gemecker aus meiner Kausleiste raus, und meinem Mann standen auf einmal die Tränen in den Augen.

Da schrieb mir eine nette Dame vom Jugendamt eine Geschichte von einem ihrer Arbeitskollegen, der ihr erzählt hat, daß er als Kleines Kind selber adoptiert wurde und nun auf der Suche ist nach seinen Geschwistern und eines davon könnte ich laut seinen Aussagen sein. Und wenn ich Lust hätte Kontakt aufzunehmen solle ich mich doch bitteschön bei ihr melden ;-) Und mir fiel plötzlich wie Schuppen von den Augen, warum ich meinen Bruder nicht finden konnte. Er hatte einen völlig anderen Namen - nicht nur der Nachname war anders, nein auch sein Vorname stimmte nicht mit dem überein was ich wusste. Ich hätte ihn in hundert Jahren nicht finden können.

Also von diesem weiteren Tag kann ich nichts weiter berichten - ich habe sämtliche Erinnerungen daran vergessen. Ich hatte nur noch eins im Kopf. Du musst dich mit dieser Frau in Verbindung setzen. ;-) Das habe ich dann am darauffolgenden Arbeitstag auch getan. Ich habe ihr eine Mail geschrieben und ihr alles was ich wusste und was ich so an Gefühlen intus hatte - alles habe ich ihr geschrieben. Am gleichen Tag noch hat Sie mich angerufen und mich nochmals persönlich gefragt, ob ich damit wirklich einverstanden wäre, daß mein Bruder mich anrufen könne. Ich bestätigte ihr dies nochmals und bedankte mich überschwenglich für diese Vorweihnachtliche Beschehrung!

Der Tag verging, ich machte meinen Job so gut es ging und freute mich eigentlich nur noch auf den Feierabend. Der war dann auch da, ich ging mit meinem Männe noch ein Schöppchen trinken und dann machten wir uns einen gemütlichen Abend zu Hause vor der Glotze. Mein Männe ging relativ früh an diesem Abend ins Bett - ich glaube so gegen 21:00 - 21:15 Uhr. Und ich wollte eigentlich noch ein wenig Fernsehen als um 21:30 - 21:45 Uhr sowas auf einmal das Telefon klingelte. Ich wusste genau: Das ist ER und ich wollte eigentlich garnicht dran gehen. ;-) Aber was tut man nicht alles ;-) Und tatsächlich ER war es - MEIN BRUDER MARKUS

 

Was wir alles geredet haben kann ich im Nachhinein garnicht mehr zusammenbringen. Ich weiss nur daß er immer wieder gesagt hat, ich will dich sehen - ich will dich treffen. Und wir haben uns von der ersten Sekunde an so gut verstanden und miteinander gelacht, man hätte meinen können, wir wären nie getrennt gewesen ;-) Unser Telefonat hat alles im allem ca. 2,5 Stunden gedauert und danach sind wir beide noch an den PC geflitzt - vorher ging nicht, da ich kein DSL oder ISDN habe - und haben uns gegenseitig noch Bilder zugeschickt ;-) Ich weiss nicht genau wann ich in Bett gegangen bin an diesem Abend bzw. Morgen, aber ich glaube es muss so gegen 2 Uhr morgens gewesen sein ;-)

So und das sind wir nun *lol* Mein Bruder Markus, meine Nichte Mara(5), und meine Wenigkeit ;)

Wenn ihr wissen wollt, wie wir wirklich aussehen, dann klickt bitte auf *Familienfotos*

                                                                                         Familienfotos

                                    Eigenes Bild Nr. 10 | FamilieFasch08.JPG

Die Suche geht weiter

Wie ihr euch ja nun lebhaft vorstellen könnt, ist es nicht dabei geblieben das mein Bruder und ich uns nun endlich gefunden haben. Denn auch Markus war nun auf einmal nicht mehr zu bremsen, bei der weiteren Suche nach unseren anderen zwei Geschwistern. Es sollte allerdings schwieriger sein als erwartet. Aber was soll ich lange drumherum reden. Ihr kennt doch das Sprichwort:"Was lange währt, wird endlich gut!" ----- Tja und so war es dann auch. Wir haben tatsächlich auch unsere Schwester Gabriele gefunden. Fast eineinhalb Jahre später am 15.04.08 hatten wir Gewissheit und ich hatte den ersten Mailkontakt mit ihr ;-) Es war wunderschön endlich ein weiteres Puzzelteil unserer Chronik hinzuzufügen ;-)))

Meine Schwester Gabi ;-)

Eigenes Bild Nr. 15 | Gabriele-test.JPG

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