Renault Trucks

ist ein französischer Hersteller von Lastkraftwagen mit Hauptsitz in Saint-Priest bei Lyon. Er ist seit 2001 Bestandteil der Volvo-Gruppe. Von seiner Bildung im Jahr 1978 bis 2002 firmierte das Unternehmen als Renault Véhicules Industriels (franz.: Renault Nutzfahrzeuge), von 1992 an in der Schreibweise Renault V. I., abgekürzt jeweils RVI. Bis 1999 stellte RVI auch Omnibusse her.


Im Jahr 1955 entstand der Hersteller Saviem als Bestandteil des französischen Renault-Konzerns aus dem Zusammenschluss von Renaults eigener Produktion mittelschwerer und schwerer Nutzfahrzeuge mit den Herstellern Somua und Latil. Ab 1957 war Saviem auch der Markenname der von Saviem hergestellten Lastwagen und Busse.

Auf Betreiben des französischen Staates übernahm Renault 1975 auch die Nutzfahrzeugfirma Berliet von der Michelin-Gruppe und vereinigte sie 1978 mit Saviem zu Renault Véhicules Industriels. Wieder wurden die bisherigen Markennamen bei zunehmender Gleichschaltung der Modellreihen noch zwei Jahre weitergeführt, 1980 dann durch den Namen Renault ersetzt.


Renault Midliner mit Vierer-Club-Kabine
Renault Midliner mit Vierer-Club-Kabine
Renault Midliner mit Vierer-Club-KabineAb 1971 war Saviem außerdem Mitglied im Vierer-Club, einer Kooperation zwischen den vier europäischen Nutzfahrzeugherstellern DAF, Magirus-Deutz, Saviem und Volvo. Die aus dieser Kooperation zur Herstellung leichter bis mittelschwerer Lastwagen entstandenen Modelle wurden von Saviem und später RVI noch bis 2001 produziert. Für Militärfahrzeuge der Sherpa-Baureihe nutzt Renault Trucks sogar heute noch (Stand Juli 2006) einen Ableger der Vierer-Club-Kabinen.

Nachdem die PSA-Gruppe 1978 die europäischen Tochterfirmen von Chrysler übernommen hatte, verkaufte sie deren zuletzt unter der Marke Dodge tätigen Nutzfahrzeugwerke in Großbritannien und Spanien 1983 an RVI weiter. Die neu erworbenen britischen Werke gingen auf die Nutzfahrzeugherstellung der Rootes-Gruppe, ursprünglich unter den Marken Karrier und Commer, zurück. Die dort eingeführten Baumuster wurden ebenso wie der Markenname Dodge, wenn auch in Kombination mit dem Renault-Markenzeichen, von RVI noch jahrelang beibehalten. In Spanien dagegen, wo Renault bereits als einheimischer Pkw-Hersteller etabliert war, wurden die noch auf die Firma Barreiros zurückgehenden Lkw-Modelle von Dodge umgehend auf die Marke Renault umgestellt und bald darauf durch französische Typen ersetzt.

1987] übernahm RVI von der Muttergesellschaft Renault eine 40%-Beteiligung am US-Hersteller Mack Trucks, der 1990 zu einer vollständigen RVI-Tochter wurde. 1994 übernahm RVI den tschechischen Omnibushersteller Karosa. 1997 schloss Renault V. I. ein Kooperationsabkommen mit dem finnischen Lkw-Hersteller Sisu Auto.

1999 wurde die Omnibusproduktion unter den Marken Renault und Karosa aus der RVI ausgegliedert und von Renault in das gemeinsam mit Iveco neu gebildete Joint-Venture Irisbus eingebracht. Im Jahr 2003 wurde Irisbus komplett von Iveco übernommen, die Marke Renault auf den Bussen durch die Marke Irisbus ersetzt.

2001 wurde Renault V. I. (ohne die Beteiligung an Irisbus) an die Volvo-Gruppe veräußert. Im Gegenzug erhielt die Muttergesellschaft Renault S. A. eine Beteiligung von 15 % an AB Volvo, die durch Zukäufe auf dem Aktienmarkt auf knapp 20 % aufgestockt wurde.

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